Besetzung: Takhmina Ramazanova voc, Jasur Khalilov keyboards, Jafar Khalilov el-b, Umed Khalilov dr,perc, Beckmat Ruzadorov perc, Timur Nurlobekow perc
Aufnahmedatum: 2001
Aufnahmeort: Studio Firuz, Dujanbe, Tadjikistan
Seit dem Zerfall der Sowjetunion, der Bildung neuer Staaten auf geschichtsträchtigem Terrain und der zunehmenden Öffnung in Richtung Westen kommen immer neue Bands auf den hiesigen Markt und präsentieren ihre lebendige Musik in einer Mischung aus Jahrhunderte alter Folklore und modernem Popsound. Aus dem fernen Tadschikistan kommt die Formation Avesto und bietet Ethno-Pop der allerfeinsten Art. Asiatische Melodien vermischt mit Pop-Arrangements, gespielt auf einer Vielzahl völlig unterschiedlicher Instrumente - von elektrischen Gitarren und Keyboards bis zur traditionellen doira oder tablak - kurz gesagt: Drum & Bass Meets Asia. Avesto ist ein Begriff aus der früheren Religion des Gebiets des heutigen Tadschikistan und Nachbarstaaten, der erstmals vor 2700 Jahren auftauchte - das "heilige Buch Avesto", das Söhne zu Göttern erhebt. Die Band wurde nach ihrer Gründung 1997 in Tadschikistan, aber auch in den angrenzenden Staaten wie Kirgisien mit Preisen überhäuft. Das tadschikische Kulturministerium hat Avesto mit drei "Grammies" ausgezeichnet: als beste Band, für die besten Arrangements und als beste Musiker des Jahres 1998. Den grössten Anteil an ihrem Erfolg haben wohl die bezaubernde Sängerin Takhmina Ramazanova, die mit ihrer herrlichen Stimme die gewagte Gratwanderung zwischen Folklore und Pop exzellent meistert, und Jasur Khalilov, der neben den Tasteninstrumenten auch für die Arrangements zuständig ist. Jeder der sechs Musiker hat eine solide musikalische Ausbildung. Sie alle haben sich während ihrer Ausbildung nicht nur intensiv mit der Folklore ihres Landes beschäftigt, sondern ebenso mit der Musik von "westlichen" Grössen wie Chick Corea, Miles Davis, Jaco Pastorius, Sting, Deep Purple, Red Hot Chili Peppers und vielen. Was Avesto auf ihrem dritten Album zu bieten haben ist sensationell: schon der Opener "Falak" macht klar, aus welcher Region die Band kommt. Asiatisch-arabische Melodien und Gesangslinien verbinden sich mit Rock- Pop-Elementen - wie aus einem Märchen aus 1001 Nacht. "Hudowando" ist ganz im westlichen Stil arrangiert. Hier ist ein gewisser Einfluss einer Sade nicht zu überhören, wobei der Einsatz von traditionellen Instrumenten dem Stück sein eigenes Flair gibt. Ist dieser Titel eher balladesk, so legt Avesto bei "Shohi Nuriyon" ein bis zwei Gänge zu. Ein heisser Tanz zwischen Basar und Discothek mit viel fröhlicher Ausdruckskraft. Mit "Sarvinoz", "Tojikiston" und vor allem dem funklastigen "Omadi" sind noch weitere astreine Abgeh-Nummern zu hören, die auch hierzulande auf jeden Dancefloor passen. Mit ganz anderem Flair, aber ebenso schön und begeisternd sind die Balladen "Yodam Kun", "Kujoi" und "Kabki Dari", die einen in ein verträumtes Märchenland entführen. Und natürlich die drei Liebeserklärungen von Avesto an ihre Heimat, die folkloristisch anmutenden Stücke "Savsan", "Ai Oshikam" und "Dilbar". Avesto ist ein Geheimtipp der Ethno-Pop-Szene. Die Band wird ganz sicher ihren Weg machen und weltweit ihre Musik präsentieren können, eine Europa-Tournee wird für Frühjahr und Sommer 2002 geplant. Die ersten Reaktionen auf Vorab-Tapes waren begeistert. Diese Mischung aus Orientalik und europäisch-amerikanischen Popsongs ist äusserst unterhaltend und wird den Weg in die CD-Sammlungen finden!